Hufe auskratzen

Achten Sie beim Aufheben der Pferdebeine auf die physiologische Bewegungsachse. Vorder- und Hinterbeine nicht zu stark anbeugen. Vorderbeine und Hinterbeine nicht nach außen ziehen. Die Hinterbeine werden idealerweise nach hinten und dabei leicht nach innen geführt. Folgen Sie dabei einfach der Bewegung des Pferdebeines - Ihr Pferd führt sie richtig.

Machen Sie sich die Mühe und gehen beim Auskratzen um das Pferd herum. Das ist für Ihr Pferd angenehmer, als das vielfach praktizierte Auskratzen der rechten Hufe unter der linken Körperseite hindurch.

Lassen Sie die Beine nach dem Auskratzen nicht einfach los. Der Huf könnte hartem Boden aufschlagen und schmerzhaft verletzt werden. Stellen Sie daher die Beine nach dem Auskratzen sanft ab.

 

Huffett

Ein gesunder Huf hat in der Regel ausreichend Feuchtigkeit. Da wir unsere Pferde oftmals nicht den Morgentau der Wiesen auf den Hufen gönnen können und ihre Hufe besonders im Sommer und bei Boxenhaltung (vor allem bei Späne-Einstreu) stark austrocknen können, sollten wir unseren Pferden ab und zu ein Hufbad genehmigen. Dazu einen Eimer soweit mit Wasser füllen, dass der gesamte Huf gut mit Wasser bedeckt ist. Ca. 5-10 Minuten jeden Huf baden. Das Horn kann sich so mit Feuchtigkeit voll saugen. Anschließend auf den feuchten Huf das Huffett auftragen. Das Fett verhindert, dass die Feuchtigkeit sofort wieder in die Außenumgebung verdunstet und länger im Huf verbleiben kann. Das bloße Auftragen von Huffett auf einen trockenen Huf hat wenig Nutzen – der Huf wird quasi mit Fett versiegelt und kann damit keine Außenfeuchtigkeit mehr aufnehmen.

 

Beschlag / Barhufpflege

Achten Sie auf regelmäßige Beschlagsintervalle. Viele Lahmheiten werden durch unsachgemäßen Beschlag und zu lange Beschlagsperioden verursacht. Ein Huf mit korrekter Hufbalance ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesunderhaltung Ihres Pferdes. Als Laie kann man die korrekte Stellung der Hufe leicht kontrollieren.

 

  1. Hufbalance
    Ziehen Sie vom Kronenrand eine gedachte senkrechte Linie nach unten. Wenn sich nun am Boden ein Hufverhältnis von 1/3 (vorne) : 2/3 (hinten) ergibt, hat Ihr Pferd eine korrekte Hufbalance.
  2. Fesselstand
    Einen zu steilen Fesselstand (z.B. bei Bockhuf) oder zu flachen Fesselstand (bei zu langer Zehe und flachen Trachten) erkennen Sie, wenn Sie einen Stift parallel zum Fesselbein anlegen. Dieser Winkel sollte sich korrekt durch den ganzen Huf nachverfolgen lassen. Der Stift muss absolut parallel zur vorderen Hufwand verlaufen. Gibt es hier Abweichungen ist der Huf zu steil bzw. zu flach. Die Hufbalance ist gestört.

Fehlstellungen sollten bereits im Fohlenalter durch den Schmied korrigiert werden. Hier wird leider oftmals die Hufpflege stark vernachlässigt. Haben wir nun ein Pferd das keine korrekte Stellung hat, muss abgewogen werden, ob noch eine Korrektur möglich ist. Bei einem jungen Pferd hat man durch korrekte Hufbearbeitung noch sehr gute Möglichkeiten ein wenig nachzubessern. Ist das Pferd schon älter und hat evtl. schon durch die Fehlstellung Verschleißerscheinungen an den Gelenken erlitten, sollte man von einer extremen Umstellung Abstand nehmen, da sich dadurch sehr schmerzhafte Gelenkprobleme ausbilden könnten. Ein guter Schmied wird daher bei einem älteren Pferd sehr vorsichtig sein, wenn es um eine Stellungskorrektur geht und diese u.U. verweigern.

 

Von Schmieden, die ruppig mit Ihrem Pferd umgehen und die Beine außerhalb ihrer natürlichen Bewegungsachse aufhalten sollten Sie Abstand nehmen und sich nach einer Alternative umsehen.