Eine physiotherapeutische Behandlung basiert auf dem Vertrauen zwischen Pferd und Behandler, denn ohne die Kooperationsbereitschaft des Pferdes ist eine effektive Behandlung unmöglich. Die Behandlung richtet sich immer nach dem Zustand des Pferdes. Es kommen keine Techniken zum Einsatz, die das Pferd aufgrund von Schmerzen nicht toleriert. Im Anschluss an die Behandlung bekommen Sie gezeigt, welche Maßnahmen Sie selbst durchführen sollten.

 

Ziele der Behandlungstechniken:

 

ü            Lösen von Verklebungen und Verspannungen der Weichteile

ü            Regulierung des Muskeltonus

ü            Erhöhung der Elastizität der Muskelfasern
ü            Verbesserung der Durchblutung und Stoffwechselsituation des Muskels
ü            Verbesserter Lymphabfluss
ü            Verbesserung der Koordination und der Reflexe
ü            Verbesserung der Mobilität
ü            Schmerzlinderung und Entspannung
ü            Vorbeugung gegen Verletzungen
ü            Leistungsoptimierung
 

 

Massagetechniken

Effleurage (Streichungen), Petrissage (Knetungen), Friktionen, Schüttlungen, Klopfungen, Fazientechniken zur Lösung von Verklebungen im Bindegewebe

 

Mobilisierende Techniken für Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule

Durch die Kombination von bestimmten Handgriffen und Dehnungstechniken sowie Aktivierung von Reflexzonen zur An- und Entspannung der Muskulatur werden die einzelnen Segmente der Wirbelsäule getestet und muskulär bedingte Blockaden behandelt.

 

Mobilisierende Techniken für die Extremitäten

Durch gezielte Dehnungen im Verlauf der physiologischen Bewegungsachse der Extremitäten werden Muskeln passiv entspannt, um das Bewegungsausmaß eines Gelenks zu verbessern.

 

Stresspunktmassage nach Jack Meagher

Häufig finden sich an den Übergangsstellen vom Muskelsehnenansatz bzw. Muskelsehnenursprung zum Knochen schmerzhafte Areale. Durch verkürzte Muskeln entsteht eine hohe Zugbelastung an den zugehörigen Sehnen die weniger elastisch sind, als die Muskelfasern. Die Signalweiterleitung an das zentrale Nervensystem, den Muskel wieder zu entspannen und damit die Sehne zu entlasten, findet beim pathologisch verkürzten Muskeln nicht mehr ausreichend statt. Hier setzt die Stresspunktmassage an, die zunächst mittels Druck auf den Sehnenansatz den Impuls zur Entspannung einleitet und dann durch verschiedene Massagetechniken den Tonus des betroffenen Muskelbereichs reguliert.

 

Akupressur

Die Akupressur entspricht wie die Akupunktur den Grundprinzipien der Traditionellen Chinesischen Therapie. Eine ganzheitliche Betrachtung der Lebensumstände und des Charakters eines Patienten spielen neben dem Beschwerdebild bei der Auswahl der zu behandelnden Punkte eine wesentliche Rolle. Bei der Akupressur werden die Meridianpunkte jedoch mit Fingern oder Handflächen und nicht mit Nadeln stimuliert. Durch die Behandlung der Meridianpunkte kann z.B. Einfluss auf schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie auf funktionelle und vegetative Störungen genommen werden (u.a. Atemwegserkrankungen, Magen-/ Darmstörungen, Hautproblemen uvm.) Akupressur wirkt außerdem stärkend auf die Abwehrkräfte und nimmt positiven Einfluss auf die Psyche des Pferdes.

 

Physikalische Therapie

 

Kälte (Eis)

Die sogenannte Kyrotherapie findet bei Sehnen-, Bänder- und Muskelverletzungen Anwendung. Längere Eis- anwendungen erfolgen bei akuten Verletzungen zur Verringerung der Durchblutung an der gekühlten Stelle, um Blutergüsse zu stoppen und Entzündungserreger zu unterdrücken. Kurze Eisanwendungen erfolgen bei chronischen Verletzungen zur Erhöhung der Zellaktivität und besseren Durchblutung, um die für die Entzündung verantwortlichen Stoffe zu hemmen.

 

Wärme (Moorpackung, Heiße Rolle)

Zur Senkung des Muskeltonus und zur Entspannung.

 

Magnetfeld (Equimag)

Jede Körperzelle besitzt eine elektrische Ladung. Die Magnetfeldtechnik erzeugt über ein magnetisches Induktionsfeld eine elektrische Spannung und nimmt damit Einfluß auf den Austausch von + und – geladenen Ionen in der Zelle. Dadurch fördert sie die Regenerationsmöglichkeit von verändertem Gewebe. Die Magnetfeldtherapie zielt auf eine verbesserte Sauerstoffzufuhr sowie vermehrte Durchblutung des Gewebes ab und dient damit der Verbesserung der Stoffwechselsituation innerhalb der Zellen und dem Abbau von Schlacken.

 

Matrix-Therapie (NeuroStim)

Diese Form der Therapie stützt sich auf die Tatsache, dass jeder lebende Organismus in einem definierten Modus harmonisch und kohärent schwingt. Herzrhythmus, Hirnrhythmus u. a. wirken auf die körpereigenen biologischen Strukturen wie Taktgeber. Im Körper sind die taktbestimmenden Rhythmen an die Bewegungen der Flüssigkeiten gekoppelt, welche die einzelnen Körperzellen umspülen (extrazelluläre Matrix). Anhaltende Fehlrhythmen führen trotz ausreichender Nährstoffversorgung zwangsläufig zu Verschlechterungen im Milieubild der Matrix.

 

Die Neuromuskuläre Stimulationstherapie (NST) ist eine bewährte Methode der Schwingungstherapie. Die normale Schwingungsfrequenz eines Muskels bewegt sich zwischen 8 Hz in Ruhe und 32 Hz in der Arbeit. Bei der NST wird die Frequenz der Schwingung mit einer Genauigkeit von 1 Hz geregelt und gezielt auf das entsprechende Gewebe übertragen. Das unphysiologisch (im Fehlrhythmus arbeitende) Muskelgewebe wird von außen in Schwingung versetzt und mit dem Schwingungsmuster normal (gesund) arbeitender Muskulatur versorgt. Dadurch kommt es zur Optimierung der Ver- und Entsorgung des Bindegewebes, Normalisierung der Stoffwechselprozesse und zur Regeneration des Körpers.

 

Mit der NST erfahren verspannte Muskeln eine Entspannung, atrophierte/zurückgebildete Muskeln können aktiviert werden und der gesamte Muskelstoffwechsel durch Unterstützung der Matrix normalisiert werden.