Tipps für den Pferdealltag

 

Halfter

Achten Sie darauf, dass das Halfter nicht zu klein ist. Sie sollten bequem eine Hand seitlich an den Backenstücken, unter den Nasen-, Genick-, und Kehlriemen bekommen. Zu enge Halfter können massiven Druck insbesondere im Genick verursachen.

 

Putzen

Das gründliche Putzen ist für Ihr Pferd wie eine Massage. Durch das Striegeln und Bürsten wird die Durchblutung gefördert und dadurch die Muskulatur für die folgende Bewegung schon etwas vorgewärmt. Das Abbürsten nach der Bewegung bringt noch einmal den Lymphabfluss in Schwung und entspannt durch die ruhigen Bürstenstriche Ihr Pferd.

 

Warm-up/Cool-down

Verzichten Sie nicht auf diese beiden wichtigen Punkte bei der Bewegung Ihres Pferdes. Jeweils 15 Minuten vor bzw. nach der Arbeit erspart Ihrem Pferd unter Umständen viele Beschwerden. Durch ausreichendes Aufwärmen wird die Muskultur auf ihre Arbeit vorbereitet, denn durch die vermehrte Durchblutung wird der Muskel besser mit Sauerstoff versorgt. Außerdem wird die Produktion von Gelenkflüssigkeit angekurbelt und Abnutzungserscheinungen kann so vorgebeugt werden.

 

Die Aufwärmphase im Schritt sollte allerdings nicht dem allgemeinen Stallplausch dienen, sondern durchaus das Reiten von Bahnfiguren, Schenkelweichen oder Schultervor-Übungen beinhalten. Reiter und Pferd haben dabei die Gelegenheit sich aufeinander einzustimmen. Der Reiter erhält so einen Eindruck über die Tagesverfassung seines Pferdes und kann das anschließende Arbeitsprogramm darauf abstimmen.

 

Ebenso wichtig ist das Cool-down. Die Muskulatur ist nach der Arbeit stark durchblutet und mit dem Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten beschäftigt. Das ruhige Schrittreiten am langen Zügel beruhigt die Atmung, reguliert den Pulsschlag und sorgt für eine Verbesserung der Stoffwechselsituation der Muskulatur. Ihr Pferd hat übrigens nichts dagegen, wenn Sie das Cool-down zu Fuß neben ihm absolvieren, ihm vielleicht den Gurt lockern oder sogar den Sattel abnehmen.

 

Abschwitzdecke

Nutzen Sie nach der Bewegung Ihre Abschwitzdecke nicht nur im Winter sondern auch in der Übergangszeit – selbst wenn Ihr Pferd nicht geschwitzt hat. Die noch warme Muskulatur hat so die Gelegenheit den Muskelstoffwechsel langsamer herunterzufahren als durch ungeschütztes Stehen in kühlerer Umgebung. Durch den Temperaturunterschied ziehen sich die Blutgefäße schneller zusammen und der Abtransport von Schlacken ist vermindert. Die Muskulatur kann sich dabei schnell verhärten.

 

Verschwitztes Pferd

Im Sommer schwitzen Pferde häufig stark. Der Wunsch ihm eine Erfrischung zu können endet meist damit, dass das Pferd großzügig mit dem Wasserschlauch abgespritzt wird. Hierbei kommt es jedoch zu einer plötzlichen Abkühlung der Muskulatur, die sich schlagartig zusammenzieht und nicht mehr in der Lage ist, den noch erforderlichen Abbau von Muskelstoffwechselprodukten zu leisten. Deshalb sollte man vorbeugen und direkt bei Ankunft im Stall einen Eimer mit Wasser füllen und ihn  an ein sonniges Plätzchen stellen. Das Wasser ist nach dem Reiten sonnenwarm und die Menge reicht aus, um das Pferd mit einem Schwamm abzuwaschen. Ein Schuß Obstessig im Wasser erfrischt die Haut und wirkt auch ein wenig gegen Fliegen. Wenn Ihr Pferd getrocknet ist, freut es sich über ein ausgiebiges Putzen, um den nun getrockneten Restschweiß auszubürsten.

 

Abspritzen mit dem Wasserschlauch

Bitte niemals direkt nach der Bewegung, sondern erst, wenn ihr Pferd nicht mehr schwitzt und sich Puls und Atmung normalisiert haben. Wenn Sie Ihr Pferd doch einmal waschen wollen oder müssen, beginnen Sie beim Abspritzen mit dem rechten Hinterbein, dann zum linken Hinterbein, anschließend zum rechten Vorderbein und zuletzt das linke Vorderbein. Diese Reihenfolge ergibt sich aus der Entfernung des jeweiligen Blutflusses zum Herz und ist kreislaufschonender als mit der Vorhand oder Brust zu beginnen. Ideal ist hier natürlich eine Waschbox mit warmem Wasser.

 

Stellen Sie ihr nasses Pferd nach dem Abziehen nicht zum Trocknen in die Sonne. Suchen Sie ein schattiges und windgeschütztes Plätzchen. Wenn möglich, lassen Sie ihr Pferd anschließend auf die Weide oder auf das Paddock. Es wird das Bedürfnis haben, sich ausgiebig zu wälzen.

 

Im Winter sollten Sie auf großflächige Waschungen verzichten, wenn es dafür keinen medizinischen Anlass gibt.